Die Meyer-Optik Görlitz – einer der renommiertesten deutschen Objektivhersteller – stand immer in besonderer Konkurrenz zu Zeiss in Jena, unverdientermaßen meist im Jenaer Schatten. Nur einmal gelang den Görlitzern ein großer Coup, als sie 1920 Dr. Paul Rudolph (den Tessar-Konstrukteur) aus Jena abwerben konnten. Dr. Rudolph errechnete für Meyer die für ihre überragenden Abbildungsleistungen weltberühmt gewordenen Plasmate.
Meyer durchlief eine wechselvolle Geschichte. Als „Optisch-mechanische Anstalt“ von Hugo Meyer in der Neisse-Stadt Görlitz in der Oberlausitz gegründet, firmierte das Unternehmen lange als Hugo Meyer & Co, Görlitz. Bereits seit 1896 wurden dort leistungsfähige Objektive gebaut; der 4-Linser „Aristostigmat“ machte Meyer weltbekannt, es folgten einige der um 1900 beliebten Satzobjektive. Das während des 1. Weltkrieges entwickelte reinrassige Triplet Trioplan blieb Jahrzehnte im Fertigungsprogramm.
Foto rechts:
imposante und seltene Kamera-/ Objektivkombination - Kine Exakta mit dem Makro-Plasmat 1:2,7 f=10,5 cm
Wie Carl Zeiss, war Meyer von Beginn an Erstausrüster der Kine Exakta. Meyer Objektive waren immer einen Tick preiswerter als vergleichbare Erzeugnisse aus Jena. In ihren optischen Leistungen standen sie der Jenaer Konkurrenz allerdings nicht nach. Für die Ihagee wurde das 4-linsige Primotar als „Ihagee Anastigmat“ oder „Exaktar“ gebaut, mit denen sowohl die Standard- als auch die Kine Exakta jeweils am preisgünstigsten erworben werden konnten. Für uns Sammler hat das jedoch keine Exaktar-Schwemme zu Folge, im Gegenteil. Vielen Fotografen war es damals wert, für eine Exakta mit Tessar ein paar Reichsmark mehr auszugeben. Deshalb ist die frühe Kine Exakta mit Exaktar seltener zu finden als mit einem Tessar.
Meyer-Objektive hatten - im Gegensatz zu den meisten anderen Fabrikaten - einen linksläufigen Fokus. Die Entfernungseinstellung ist also etwas ungewohnt, wenn man ansonsten z.B. Zeiss-Objektive verwendet. Erst die Neukonstruktionen ab den 1960er Jahren erhielten auch die verbreitetere rechtsläufige Fokussierung.
Bild unten: Meyer-Werbeanzeige aus dem Jahr 1936
Das Unternehmen musste nach Ende des 2. Weltkrieges völlig neu aufgebaut werden; es wurde schon früh enteignet, von der DDR verstaatlicht und hieß fortan „VEB Feinoptisches Werk Görlitz“. Der Markenname „Meyer-Optik Görlitz“ blieb allerdings erhalten, die Objektive behielten noch bis 1971 ihre alten Namen. Im Jahr 1968 teilte auch Meyer das Schicksal der Ihagee und wurde in das VEB Pentacon Dresden eingegliedert. Die Meyer Objektive wurden als Pentacon oder später auch als Prakticar weitergeführt.
Gegen Ende der 1950er Jahre erlitt die Meyer-Fertigung einen herben Rückschlag. Bislang hatte man, wie auch Zeiss, Zugang zu hochwertigen Glassorten, oft aus russischer Produktion. Damit wurden die weltbekannten Objektive, wie Primoplan und Trioplan vor allem aber die Fernobjektive Telemegor ausgerüstet. Aus welchen Gründen auch immer, die für leistungsstarke Objektive erforderlichen Glassorten blieben seither den Jenaer Produkten vorbehalten. Meyer musste seine Objektivfertigung nicht nur mechanisch (in diesen Jahren erfolgte der Fassungswechsel von blank auf schwarz), sondern auch optisch verändern.
Es kam noch hinzu, dass die Kombinatsleitung nicht alle Produkte zuließ. So musste das als Nachfolger des Primoplan 1,9/58 (das bislang auf der Grundlage der klassischen Plasmate gebaut wurde) neu konstruierte 6-linsige Domiron 2/50 nach nur kurzer Bauzeit wieder eingestellt werden. Es wurde als unzulässige Konkurrenz zum Pancolar aus Jena empfunden. Zuvor traf das hochlichtstarke Primoplan 1,9/75 schon das gleiche Schicksal zugunsten des Biotar 1,5/75. Gleiches galt für das klassische Primotar 3,5/50 und dessen als preiswerte Exa-Bestückung 1959 gerade neu entwickelte Nachfolgeversion 2,8/50, die als Tessar-Konkurrenten ebenfalls eingestellt wurden.
Erst mit dem auf der Domiron-Konstruktion basierenden Oreston 1,8/50 - im Gegensatz zur historischen Plasmat/Primoplan-Konstruktion ein symmetrischer Gauss-Typ - konnte Meyer zuletzt in der Pentacon-Ära ab 1967 wieder ein lichtstarkes Normalobjektiv anbieten. Für die Exakta war es jedoch nicht erhältlich; erst für die RTL1000 erhielt es einen Bajonettanschluss mit Innenauslösung. Wie schon sein abgesetzter Vorgänger, das Domiron, hat das Oreston einen langen Einstelltrieb bis 34 cm und ist damit schon fast ein "Makro"-Objektiv. Zu Makro-Objektiven finden Sie an anderer Stelle mehr.
Ungeachtet aller Probleme gelang den Görlitzern die Produktionsumstellung jedoch ohne optische Qualitätseinbußen. Auch die Meyer-Objektive der 60er Jahre erfüllten durchaus alle fotografischen Anforderungen. Lediglich die Qualität der Fassungen und die mechanische Ausrüstung mit Automatikblenden fiel gegenüber der Konkurrenz merklich ab. Möglicherweise war dies auch auf zeitweise in andere Ostblockländer vergebene Fertigungsaufträge zurückzuführen. Die damals neu konstruierten Objektive, wie das Weitwinkel Lydith 3,5/30, das Orestegon 2,8/29, das Tele Orestor 2,8/135 oder die Telemegor-Nachfolger Orestegor 4/200, 4/300 und 5,6/500 blieben auch in der Pentacon-Zeit nach 1970 zum Teil noch lange im Programm.
Im Fassungsdesign folgten auch die Meyer-Objektive dem Zeitgeist. Die Vorkriegsobjektive hatten durchgängig eine verchromte Messingfassung. Mit Beginn der Neufertigung nach Kriegsende wurde nur noch Aluminium für die Fassungen verwendet. In der Namensgebung der traditionellen Fernobjektive gibt es eine Veränderung: aus Tele-Megor wird Telemegor ... Ab etwa 1952 erhielten auch die Meyer-Objektive den „Berg- und Tal“-Fokusring. Ab etwa 1956 gab es die ersten schwarzen Fassungen. Noch eine Meyer-Besonderheit gilt es anzumerken: alle Objektive mit längeren Brennweiten (über 100 mm) wurden von Beginn an bis weit in die 1970er Jahre immer einschließlich einer passenen Sonnenblende geliefert!
Wie bei den Zeiss Jena-Objektiven habe ich auch die Meyer Görlitz Produkte nach der Zeit ihrer Herstellung bzw. den Fassungsausführungen in verschiedene Gruppen eingeteilt, denen die unterschiedlichen Objektivtypen jeweils zugeordnet werden können. Die zeitliche Einordnung der Aufstellungen und Beschreibungen bezieht sich in erster Linie auf die Lieferbarkeit der Objektive mit einem Anschluss für die Exakta. Dies ist vor allem bei der 6. Ausführung zu berücksichtigen. In diese Periode fallen sowohl die Namensänderung bei Meyer Produkten und das Produktionsende der Exakta. Vereinzelt sind in diesen Jahren also auch Objektive mit der Produktbezeichnung "Pentacon" und Exakta-Bajonettanschluss zu finden. Sie wurden entsprechend der Nachfrage noch bis etwa 1975 ausgeliefert. Meyer-Objektive mit anderen Kameraanschlüssen habe ich nicht berücksichtigt.
Eindeutige zeitliche Zuordnungen sind für Meyer-Objektive noch schwieriger zu treffen, als für die Produkte aus Jena. Auch gingen die Produktnummern in den letzten Jahren infolge besonderer Anweisungen der Pentacon-Kombinatsleitung zeitweilig ziemlich durcheinander. Dennoch kann der Sammler aus der obigen Gruppenaufstellung zeitlich und äußerlich gut zusammenpassende Meyer-Objektivausstattungen
zusammenstellen.
Produktionsnummern ab ca. 700.000 / 1936 – ca. 990.000 / 1942
Produktionsnummern ab ca. 1.000.000 / 1947 – ca. 1.200.000 / 1952
Produktionsnumern ab ca. 1.200.000 – ca. 1.800.000 / 1958
Produktionsnummern ab ca. 1.700.000 / 1958 – 3.200.000 / 1963
Produktionsnummern ab ca. 3.200.000 / 1964
unterschiedliche Produktionsnummern
Wie kaum ein anderer Objektivhersteller bot Meyer in den 1930er Jahren eine komplette Objektivpalette vom 4cm Weitwinkel Doppel-Anastigmat bis zum 25 cm Tele Megor. Mit den hochlichtstarken Primoplan-Objektiven 1:1,9 f=5,8 cm und 1:1,9 f=7,5cm sowie verschiedenen noch außerhalb der Standardpalette lieferbaren Spezialobjektiven - unter anderem das Makro-Plasmat - hatte Meyer eine bedeutende Marktstellung. 

Das 5-linsige Primoplan mit seiner hohen Lichtstärke 1:1,9 war auch mit mittellanger Brennweite von 7,5cm erhältlich. Diese Brennweite war damals sehr beliebt für Bühnen- und Sportfotografie und galt als ideal für Porträtaufnahmen. Damit stand das Primoplan in direkter Konkurrenz zum berühmten Biotar 1:1,5 f=7,5cm von Carl Zeiss mit gleicher Brennweite. Es war auch als Normalobjektiv für die Standard Exakta mit 8cm Brennweite lieferbar.
Die etwas geringere Lichtstärke glich das Primoplan gegenüber dem Biotar mit einem erheblich günstigeren Preis von RM 205 (gegenüber RM 350 für das Biotar) und einer leicht besseren Abbildungsleistung aus.
Wie an anderer Stelle beschrieben (s. Angenieux), waren Weitwinkelobjektive für Kleinbild-Spiegelreflexkameras damals noch nicht verfügbar. Als "Weitwinkel" galten Objektive mit kürzeren Brennweiten als 5cm. Für Sucherkameras, wie die Leica oder Contax, gab es solche Objektive mit Brennweiten um 3,5 cm und kürzer durchaus schon zu kaufen. Allerdings handelte es sich nicht um echte Weitwinkel-Konstruktionen, sondern um Objektive normaler Bauart mit kürzerer Brennweite. "Echte" Weitwinkel wurden erst um 1950 mit dem Retrofokus von Angenieux erstmals entwickelt.
Bei SLR-Kameras ließ sich die Brennweite allerdings nicht einfach durch Neuberechnung der Linsenkonstruktion verkürzen, weil der dabei entstehende zu kurze Abstand zwischen Spiegel und Hinterlinse die Spiegelbewegung behindert. Aus diesem Grund waren nur wenige "Weitwinkelobjektive" erhältlich. Anfangs war neben einem "kürzeren" Tessar 4,5/4 cm der Weitwinkel-Doppel-Anastigmat mit gleicher Lichtstärke und Brennweite die einzige Alternative.
Das linke Bild zeigt ein Weitwinkel-Doppel-Anastigmat 1:4,5 f=4cm, eine klassische Objektivkonstruktion, die schon vor 1900 entwickelt worden ist.
Die Schnittzeichnung (rechts) des Weitwinkel-Doppel-Anastigmat zeigt deutlich den symmetrischen Aufbau. Ein Vorzug dieser Konstruktion sind die ausgezeichneten Abbildungseigenschaften und seine Korrektur, die es speziell für Weitwinkelaufnahmen verwendbar macht. Nachteil ist die konstruktionsbedingt nur geringe Lichtstärke. Dieses klassisch gebaute symmetrische Objektiv blieb noch bis 1952 im Fertigungsprogramm, nach dem Krieg als "Helioplan", und wurde erst danach vom Primagon 4,5/35 abgelöst.
Das Trioplan ist gleichfalls eine alte, aber grundsolide Meyer-Objektivkonstruktion. Auf der Basis des Cook'schen Triplets wurde es 1916 entwickelt und seither in vielen Varianten gebaut. Nun mag man über 3-linsige Anastigmaten denken wie man will - für eine ganze Reihe fotografischer Aufnahmesituationen sind sie ein ideales Werkzeug! Die 3 Linsen des Trioplan werden unverkittet zusammengesetzt, was Verarbeitungsprobleme und -kosten minimiert.
Die Korrektur ist bei dem kleinen Bildwinkel (24° bei 100mm Brennweite) gut beherrschbar, so dass diese Optik zugleich noch eine hohe Lichtstärke aufweist. Das Trioplan ist - obwohl auch in der Meyer-Werbung oft als Tele- oder sogar Fernobjektiv gepriesen - eine normale Objektivkonstruktion. Die Baulänge entspricht also der Brennweite.
In seiner langen Bauzeit wurde das Trioplan deshalb zu einem der beliebtesten Meyer-Objektive. Mit der mittellangen Brennweite ist es für viele fotografische Anwendungen einsetzbar, wenn man extreme Aufnahmesituationen (Gegenlicht, Streulicht, hohe Kontraste) vermeiden kann. Bildschärfe und Kontrast sind bereits bei offener Blende ausgesprochen gut. Zwar ist es nicht so "knackig" scharf wie z.B. das Tessar, aber bei Landschafts- oder Porträtaufnahmen ist das gar nicht wünschenswert. In meiner Exakta-Praxiszeit war es neben dem 50er Standard auch mein Lieblingsobjektiv. Für den Sammler ist bemerkenswert, dass es neben dem Tessar als einziges Objektiv über alle Modellwechsel hinweg die Exakta ihr Leben lang begleitet hat. Zu jeder Exakta-Ausrüstung läßt sich ein zeitlich passendes Trioplan finden...
Für die Kine Exakta war das Trioplan in drei Versionen erhältlich: 1:2,8 f=10cm, 1:2,8 f=10,5cm und 1:4,5 f=12 cm. Die drei Versionen wurden jedoch zwischen 1936 bis 1942 nicht immer gleichzeitig angeboten. Wie alle langbrennweitigen Meyer-Objektive gehörte auch beim Trioplan eine Sonnenblende zum Lieferumfang. Diese ist bei den in den Fotos unten gezeigten Objektiven nur bei dem mittleren Objektiv montiert.

![]() | Die 12 cm-Version des Trioplan ist teilbar. Damit kann der Objektivkopf unabhängig von der Einstellfassung verwendet werden. Das ist für besondere fotografische Zwecke, wie z.B. Nahaufnahmen mit einem Balgengerät oder Zwischenringen, von Bedeutung. Das Zwischengewinde ist M37x0,5. ![]() |

Nur wenige Objektivhersteller hatten schon zur Startzeit der Kine Exakta echte Teleobjektive im Angebot. Kurz zum Verständnis - unabhängig von der im Sprachgebrauch und oft auch in der Werbung verwendeten Bezeichnung "Tele" handelt es sich optisch korrekt um ein solches, wenn die Baulänge kürzer ist als die Objektivbrennweite. Dies ist dann der Fall, wenn die Objektivkonstruktion durch eine oder mehrere zusätzliche Linsen optisch verändert wird. Bei Interesse können Sie dazu auf meiner Objektivseite noch mehr erfahren.
Im Gegensatz zu dem auch in Meyer-Druckschriften gern als "Fernobjektiv" bezeichneten Trioplan haben die Tele-Megore jeweils 4 Linsen. Die Lichtstärke betrug bei den drei Vorkriegsobjektiven (15cm, 18cm, 25cm) einheitlich 1:5,5. Schon 1936 war der komplette Satz zur Kine Exakta lieferbar!
Während die beiden "kleineren" Brennweiten, Tele Megor 1:5,5 f=15cm und 1:5,5 f=18 cm sich in der Größe kaum von den Trioplan-Objektiven unterscheiden, ist das 25er ein anderes Kaliber. Freihandfotografie ist damit nur noch bedingt möglich, deshalb hat dieses Objektiv auch einen eigenen Stativanschluss. Kürzeste Einstellentfernung ist 3,3 m.
Oben: Tele Megor 1:5,5 cm f=25cm Nr. 887.793;
links: Tele Megor 1:5,5 f=15 cm Nr. 931.231;
unten: Tele Megor 1:5,5 f=18 cm Nr. 968.466


Meyer lieferte auch ein Normalobjektiv an die Ihagee, sowohl für die Kine als auch für die Standard-Exakta. Der "Ihagee Anast. Exaktar" entsprach dem 4-linsigen Primotar, welches zwar ebenfalls lieferbar war, aber mit der Kine Exakta so gut wie nie gekauft wurde.

Das hochwertige Objektiv mit 6 Linsen in 5 Gruppen (4 durch Luft getrennte Linsen und eine verkittete Doppellinse) mit zentraler Blende war recht komplizert zu bauen und deshalb vergleichsweise teuer.
Die Bilder zeigen ein MakroPlasmat 1:2,7 f=5cm in der Fassung, mit der auch das Exaktar 5,4 cm ausgeliefert wurde und die oben mit der Kine Exakta abgebildete Ausführung 1:2,7 f=10,5 cm. Hier handelt es sich um von Meyer gelieferte Originalobjektive.

Die Meyer-Produktionsanlagen wurden nach Kriegsende demontiert und als Reparationsleistung in die damalige Sowjetunion geliefert. Nach dem zunächst nur provisorischen Neuaufbau wurde die Fertigung einiger Objektive aus den Vorkriegsjahren 1946 wieder aufgenommen. Allerdings stand für die Fassungen nur Aluminium zur Verfügung, das als Material auch in den Folgejahren beibehalten wurde. Die Einstellringe für Blende und Fokus sind - wie bei den Vorkriegsausführungen - geriffelt, die Gravuren überwiegend nur in "m". Auffällig ist, dass Meyer gleich nach Wiederaufnahme der Produktion die Datengravur konsequent auf mm umstellte (bei Zeiss erst um 1952). Die ersten Objektivfassungen waren recht einfach und ohne Oberflächenschutz, erst ab etwa 1952 wurde die Fertigungsqualität besser.
Die optische Qualität selbst der ersten Nachkriegsobjektive ist hingegen ausgesprochen gut. Die Fertigung begann etwa bei Fabriknr. 1.000.000 mit einer neu gerechneten 5 cm-Version des Trioplan in Lichtstärke 1:2,9. Die ersten Exemplare sind noch unvergütet. Die Fertigung des Primoplan 1,9/58 mm und des 4cm-Doppelanastigmaten (jetzt Helioplan) wurde nach und nach wieder aufgenommen. Auch einige Telemegore sind aus dieser Zeit bekannt. Die Telemegor-Palette erweiterte sich 1952 um das 5,5/400. Vergütete Objektive werden bis weit in die 1950er Jahre mit einem roten "V" gekennzeichnet.
Die Verkaufspreise der Meyer-Objektive betrugen in den frühen 1950er Jahren - lt. Ihagee Preisliste:



Das Bild oben zeigt die anfangs noch spärliche Fertigungspalette in den ersten Jahren nach der Neueinrichtung der Produktionsanlagen.
Frühes Primoplan 1:1,9/58. Es wurde mit einer Exakta Varex ausgeliefert und stammt demnach aus der Zeit um 1949/50. Die Form der Fassung wurde gegenüber der Vorkriegsausführung bereits geringfügig verändert; Material ist ebenfalls Aluminium.
Die Nachkriegsversion des WW-Doppel-Anastigmat 4,5/4cm wurde "Helioplan" getauft. Optisch unverändert, mit Aluminiumfassung und Datengravur 1:4,5 40 war es bis etwa 1954 erhältlich. Diese frühe Ausführung (Nr. 1.106.720) stammt ebenfalls aus der Zeit um 1949/50.
Prospektabbildung des 3-linsigen Dauerbrenners Trioplan (1952).Die Produktion der beliebten Meyer-Fernobjektive wurde nach und nach wieder aufgenommen. Die Form der Fassung entsprach bei den "kleinen" Brennweiten 150 und 180 mm ungefähr der Vorkriegsausführung, Material war jedoch Aluminium. Die Objektive wurden dadurch erheblich leichter und noch handlicher. Die Entfernungseinstellung wurde erweitert, beim 180er begann sie jetzt mit 2,65 m (Vorkrieg 3m). Die Linsen sind vergütet. Auch die Fassungen der ersten Telemegore hatten noch keinen Oberflächenschutz. Anfangs wurden einige offenbar aus Vorkriegsbeständen noch vorhandene Bajonettanschlüsse aus verchromtem Messing verbaut. Da diese etwas höher waren, als die aus Aluminium neu entwickelten, musste dies bei der Verschraubung des vorderen Fassungsteiles (mit dem Linsensystem) berücksichtigt werden. Die Telemegore ab etwa Nr. 1.2xx xxx erhielten eine eloxierte Fassung mit einem etwas kürzeren schwarz eloxierten Bajonettanschlussstück. Auf den Vergleichsfotos sind diese kleinen Unterschiede erkennbar.


Dieses Telemegor 1:5,5/180 (Nr. 1.135.980) stammt aus der Zeit um 1950/51. Es hat noch ein aus der Vorkriegsproduktion stammendes Bajonettanschlusstück aus verchromtem Messing. Die Aluminiumfassung ist noch nicht eloxiert.


Dieses Telemegor 1:5,5/180 (Nr. 1.203272) hat bereits eine eloxierte Fassung und das aus Aluminium neu entwickelte schwarz eloxierte Bajonett-Anschlusstück. Bei genauem Hinsehen bemerkt man die gegenüber dem vorherigen Exemplar geringfügig unterschiedliche Fassungsgeometrie. Das kürzere Anschlussstück wurde mit einer Vergrößerung in der Verschraubung zwischen vorderem und hinterem Fassungsteil ausgeglichen (sichtbar am breiteren Spalt unterhalb des Blendeneinstellringes).
Das ehemals längste 24cm-Telemegor erhielt mit Beginn der Neufertigung eine veränderte Fassung; zugleich wurde dessen Brennweite auf 250 mm verlängert. Das Fassungsdesign entsprach der des um 1952 neu entwickelten Telemegor 1:5,5/400. Die Stativaufnahme war nun drehbar; die Schreibweise änderte sich von "Tele Megor" in "Telemegor". Im Sammlerjargon wird diese Bauform auch "schlanke Version" genannt.


Im Verlauf der 1950er Jahre bot Meyer wieder eine komplette Objektivpalette zwischen 35-400 mm Brennweite an. Zeitweilig dürfte es wohl das umfangreichste Sortiment aller Objektivhersteller für die Exakta und Praktica gewesen sein. Der klassische „Weitwinkel“-Anastigmat, das Helioplan 4,5/40, wurde von einer echten Weitwinkel (Retrofokus-) Konstruktion, dem 4-linsigen Primagon 4,5/35 mm abgelöst.
Ab 1955 wurden mit den Primotaren 3,5/80, 3,5/135 mm und 3,5/180 mm auch wieder vierlinsige Objektive in Normalbauweise für Kleinbild-SLR-Kameras, zunächst nur mit längeren Brennweiten, angeboten. Das Normalobjektiv Primotar E 3,5/50 folgte erst ein Jahr später.
In einem Meyer Prospekt aus dem Jahr 1952 ist das Trioplan 2,9/50 mit einer Spezial-Frontlinsen-Einstellfassung für die Exa beschrieben ((Bild links); diese Version ist mir jedoch in der Wirklichkeit nicht begegnet.
Aus dieser Epoche sind auch Meyer-Objektive zu finden, die nicht in die Prospekte oder Meyer-Preislisten aufgenommen wurden. Es handelt sich dabei entweder um kleinere Serien mit abweichenden Daten oder - wie beim Telefogar - um Objektive, die an sich für andere Kamerasysteme entwickelt worden sind. Aus welchen Gründen auch immer wurden einige von ihnen auch mit einem Exakta-Bajonett oder M42-Schraubanschluss ausgerüstet und ausgeliefert. Beim Telefogar 3,5/90 - normalerweise nur mit Altix-Bajonettanschluss erhältlich - ist auch denkbar, dass es nachträglich oder in Werkstätten mit einem anderen Anschluss versehen worden ist.
Das Telefogar ist ein handliches Objektiv tele-ähnlicher Bauform in der beliebten Porträtbrennweite 90mm. In diesem Brennweitenbereich bot Meyer damals ansonsten noch keine Teleobjektive für die Exakta oder Praktica an.
Ab 1952 erfolgte bei den meisten Objektiven die Umstellung auf Blendenvorwahl. Lediglich das preiswerte Trioplan 2,9/50 - als Standardobjektiv für die Exa vorgesehen - erhielt nur eine Rastblende. Um 1956 fand die Automatische Druckblende auch Eingang in die Görlitzer Produkte. Zuerst wurden das Primotar E 3,5/50 und teilweise das Trioplan 2,8/100 damit ausgestattet. Diese beiden Objektive verbergen auch eine jeweilige Besonderheit: das Primotar verfügt über eine Einstellblende (deshalb der Namenszusatz „E“), die das Sucherbild etwas aufhellt. Beim Auslösen schließt sich dann die Blende mindestens auf 3,5, wenn kein kleinerer Wert gewählt wurde.
Das Trioplan 2,8/100 mit Druckblende und die erste Version des Primotar E haben einen zusätzlichen „verkehrten“ Drahtauslöseranschluss für Makroaufnahmen am Balgen oder mit Ringen. Dabei wird anstelle des üblichen Doppel-Drahtauslösers ein Spezial-Verbindungsdraht benutzt, der den Kameraauslöser mit dem seitlichen Drahtauslöseranschluss des Objektiv-Auslösers verbindet. Mit der später eingeführten Auslöserwippewippe entfiel aber diese Spezialität. Eine weitere Besonderheit beim Auto-Trioplan 2,8/100 ist die doppelte Blendenskala für automatische Blende (rot) und manuelle Blende (schwarz). Meines Wissens ist das Auto-Trioplan das einzige Objektiv mit dieser eigenwilligen Blendenumschaltung. Es ist in dieser Ausführung 1959 nur in geringen Stückzahlen geliefert worden, die meisten Trioplan 2,8/100 haben Blendenvorwahl.

Primoplan 1:1,9/58 mit veränderter Fassung aus der Zeit um 1952/53. Dieses Objektiv hat noch Normalblende, jedoch bereits den "Berg- und Tal"-Fokusring. Die Aluminiumfassung ist jetzt eloxiert - wie auch bei allen anderen Meyer-Objektiven dieser Zeit. 
Trioplan 1:2,9/58 mit Rastblende und ebenfalls veränderter Fassung aus der Zeit um 1957/58. Das unverkittete Triplet mit bester Korrektur ist von gleicher Bauart wie das Trioplan 2,8/100. Das Objektiv trug in diesen Jahren durchweg das zweithöchste DDR-Qualitätsprädikat /1\.

Das Primagon 4,5/35 war das erste "echte" Weitwinkelobjektiv von Meyer in Retrofokus-Bauweise. Als vierlinsige Konstruktion ist es nicht sonderlich lichtstark, dafür jedoch ausgesprochen scharfzeichnend. Bemerkenswert ist die für frühe Retrofokus-Konstruktionen zwar typische, jedoch für diese Lichtstärke ungewöhnlich große Frontlinse.
Leider blieb diesem Hochleistungsobjektiv keine lange Lebensdauer beschieden. Das 5-linsige Objektiv mit Blendenvorwahl wurde nur rund 3 Jahre zwischen 1952 und 1955 gebaut. Optisch entspricht es seinem Vorgänger aus den Vorkriegsjahren. Der Verkaufspreis betrug lt. Ihagee-Preislisten in den Jahren 1954/55 DM 330.Abgesehen von den Telemegor-Fernobjektiven hatte Meyer in den Nachkriegsjahren zunächst noch keine 4-linsigen Objektivkonstruktionen im Fertigungsprogramm für SLR-Wechselobjektive. Das zur Kine Exakta - auch als Ihagee Exaktar - angebotene Primotar-Normalobjektiv wurde aus unbekannten Gründen anfangs nicht wieder aufgelegt; erst 1956 erschien es als Neuentwicklung mit automatischer Druckblende in der Version Primotar E 1:3,5/50. Statt dessen wurde zunächst ein vierlinsiges Primotar 1:3,5/135 angeboten, weil diese immer beliebter werdene Brennweite bisher im Meyer-Programm noch fehlte.
Mit der Aufnahme einer technisch überarbeiteten klassischen 6x6 Exakta als Praktisix in das Pentacon-Fertigungsprogramm entstand um 1956 Bedarf an Wechselobjektiven für das Mittelformat. Mit zwei Primotaren, einem 3,5/80 und dem 3,5/180 (und einem neuen Telemegor 4,5/300) konnte Meyer diese Angebotslücke schließen und stattete diese beiden Objektive auf Wunsch auch mit einem Anschluss für die Exakta aus. Das Primotar 3,5/180 wurde 1959 vorübergehend sogar mit in das reguläre Lieferprogramm für Kleinbild-SLR-Wechselobjektive aufgenommen.

(Fabr.Nr. 1.407.554).
Die Sammlerkollegen Peter Beck und Steffen Schoenicke machten mich auf diese Primotar-Version aufmerksam. Sie war mir zuvor unbekannt. Der Fabriknummer nach ist diese Ausführung (Foto Schoenicke, ganz links) bereits 1952 ausgeliefert worden, also 4 Jahre vor der zuvor beschriebenen "dicken" Version mit 80 mm Brennweite. Optisch wird es sich wohl um die gleiche Konstruktion handeln. Allerdings liegen mir hierzu keine Unterlagen vor.



Ein in jeglicher Beziehung imposantes Objektiv ist das Primotar 3,5/180. Anders als die 4-linsigen Primotare mit kürzeren Brennweiten sind bei diesem Objektiv die beiden vorderen Linsen miteinander verkittet. Das Objektiv normaler Bauart (keine Telekonstruktion) hat eine vergleichsweise hohe Lichtstärke, ist dafür aber auch entsprechend schwer. Mit 1050 g hat es das dreifache Gewicht des um 1 1/2 Blendenstufen lichtschwächeren Telemegor 5,5/180 mit gleicher Brennweite (350 g). Wie dieses hat es auch Blendenvorwahl, kürzeste Einstellentfernung ist 2,2 m, Filtergewinde M67 (eine Sonnenblende gehörte Meyer-üblich zum Lieferumfang). Wie die langen Telemegore hat auch dieses Primotar einen Außenbajonett-Anschluss.

Wer damals als Liebhaber oder Anwender von Meyer-Objektiven lange auf eine 4-linsige Standardbrennweite gewartet hatte, wurde mit diesem Objektiv gleich mehrfach entschädigt. Das Primotar E ist ein optisch ausgezeichnetes Objektiv, das sich vor dem Zeiss Tessar in keiner Weise verstecken muss. Es ist - zeitgleich mit dem Auto Trioplan 2,8/100 - das erste Meyer-Objektiv mit einer automatischen Druckblende. Gleichzeitig wartete es mit zwei Eigenarten auf, die es - zumindest für uns Sammler - zu einer ungewöhnlichen Objektivkonstruktion machen.
Das "E" im Namen steht für Einstellblende, d.h. dass in der Automatikstellung die Blendenlamellen selbst bei der größten Blende 3,5 eine etwas größere Objektivöffnung freigeben, als es die Blendenzahl erwarten läßt. Damit wird das Sucherbild einen Tick heller, als wenn mit Blende 3,5 eingestellt würde. Einen Wert für diesen Zusatznutzen gibt Meyer allerdings nicht an, das Objektiv wird deshalb kaum auf eine relative Öffnung von 2,8 kommen ...
Die zweite Besonderheit ist der "verkehrte Drahtauslöseranschluss". Am Auslöser-Ausleger ist neben dem Auslöseknopf - mit Anschluss für übliche Drahtauslöser - noch eine Zusatzbuchse angebracht. Daran läßt sich ein spezieller Auslösedraht anschließen, der die Auslösung auf den Kameraauslöser überträgt. Ein netter Zusatzgag, der jedoch ein spezielles Auslösekabel erfordert. Außer bei dem zeitgleich angebotenen Automatik-Trioplan 2,8/100 ist diese Auslösung sonst bei keinem anderen Objektiv zu finden.

Normalobjektiv mit vollautomatischer Druckblende und etwas größerer Einstellblende als die ausgewiesene Lichtstärke von 1:3,5

Wie bereits weiter oben beschrieben, ist dieses Telefogar eine tele-ähnliche Konstruktion für die Altix-Kleinbildkamera mit Zentralverschluss. In der Literatur wird es als vierlinsiger Anastigmat mit kurzer Schnittweite, ähnlich den Teleobjektiven, beschrieben.
Das Altix-Bajonett kann sehr leicht mit dem Anschluss der Exakta verwechselt werden, es hat auch ungefähr die gleiche Größe. Selbst Fotofachleuten sind diese Unterschiede oft nicht bekannt. So ist das Telefogar nicht selten für die Exakta angeboten worden, ich habe es auch einige Male ersteigert. Allerdings war der Anschluss stets Altix, so dass ich mich meist mit dem Verkäufer auf Rückgabe einigen konnte. 

Trioplan 1:2,8/100 automatische DruckblendeWie schon bei der 2. Ausführung beschrieben, begann der Bau der Telemegor-Fernobjektive nicht unmittelbar mit Fertigungsbeginn nach Kriegsende. Vielmehr wurden die beiden längsten Versionen, 250 und 400 mm neu konstruiert und erst ab etwa 1952, noch mit Normalblende produziert. Das zuvor bei der 2. Ausführung gezeigte Prospektfoto der vier Telemegor-Versionen hatte allerdings nicht lange Bestand. Bereits nach kurzer Produktionszeit gab es Veränderungen im Detail. Die Normalblende wich schon nach wenigen Monaten der neuen Vorwahlblende. Der Fokus-Ring der Telemegore 150-250 erhielt die jetzt allgemein verwendete "Berg- und Tal"-Fräsung, nur beim 400er blieb es auch in den Folgejahren bei der Riffelfräsung. Außerdem wurden ab etwa 1958 die Fassungen - und damit auch die Filteranschlüsse - im Durchmesser erweitert. Auch die Entfernungseintellung wurde zum Teil erweitert, beim 180 jetzt bis 2m (bisher 2,65 m). Die Bilder in diesem Absatz zeigen - bis auf das Telemegor 180 in der neuen Version - noch die sogenannte "schlanke" Ausführung.
Die beiden "langen" Brennweiten 250 und 400 mm waren Mitte der 1950er in Deutschland nur beschränkt lieferbar, weil offenbar zuerst der Export in die USA bedient wurde. Der Verkaufspreis für das 400er betrug DM 500 (1955).


Unterschiedliche Entfernungsgravuren bei frühen Telemegor 5,5/400-Objektiven. Ganz links: feet-Gravur; mitte: m-Gravur; rechts: m+feet-Gravur.



In diesen Zeitraum fällt die Umstellung der Objektivbaureihen aus den schon weiter oben beschriebenen Gründen. Die Objektive werden sowohl noch in der klassischen blanken Alu-Ausführung als auch schon mit schwarz eloxierten Fassungen ausgeliefert. Die meisten Objektive - meines Wissens bis auf die drei Standardobjektive und das Telemegor 300 - waren zumindest zeitweise sowohl in schwarzer als auch in blanker Fassung erhältlich. Wer als Sammler das komplette Meyer-Programm besitzen möchte, braucht eine große Vitrine ...
Es gibt noch zwei weitere Design-Varianten, die sich aber nicht dauerhaft behaupten konnten:
Die automatische Druckblende mit der nur bei Meyer zu findenden eigenwilligen Auslösewippe findet sich nicht nur bei den Neukonstruktionen Domiplan und Domiron, sondern jetzt auch beim Primotar E (2. Version) und dem überarbeiteten Trioplan N. Zu den kleinen Besonderheiten zählt auch das nur kurze Zeit produzierte Primotar 2,8/50 mit einer Leitzahlen-Rechenskala.
Diese vierte Kategorie habe ich aufgrund der in diese Zeit fallenden verschiedenen technischen und äußerlichen Änderungen und Neukonstruktionen gebildet, um vor allem die nur kurze Zeit produzierten Typen, wie das Domiron oder die Primotar-Normalobjektive hier einordnen zu können. Dem Sammler bleibt es überlassen, die anderen Objektive entsprechend ihrer Fassungsausführung auch der dritten Kategorie (blanke Fassung) oder der fünften Kategorie (schwarze Fassung) zuzuordnen. Unabhängig davon läßt sich aber auch für diese Periode eine eigenständige Objektivpalette zusammenstellen.

Das klassische 3-linsige Trioplan wird unverändert weitergebaut, bis es 1963 vom neuen Domiplan abgelöst wird. Im Bild ist mit der Nr. 3.121.221 eines der letzten Exemplare zu sehen.
Das 4-linsige Triplet wurde 1961 in kleiner Stückzahl neu aufgelegt. Dabei erhielt es die neue Meyer-typische Auslösewippe für die automatische Druckblende. Die Einstellblende blieb erhalten und wurde sogar gegenüber der Vorgängerversion offenbar noch etwas vergrößert. Im übrigen blieb das Objektiv unverändert.Wohl kaum ein Kenner der damaligen Angebotssituation wird es verstanden haben, weshalb dieses Objektiv 1960 angeboten wurde. Die Angebotssituation für SLR-Kameras war zumindest in der DDR klar: für normale bis gehobene Ansprüche an die optische Standardausstattung von Exakta, Praktika und Praktina gab es das Tessar 2,8/50 mit automatischer Springblende. Höhere Anforderungen bediente das Pancolar, das soeben das klassische Biotar abgelöst hatte. Und für das Preiswert-Segment, z.B. für die Exa gab es neben dem einfachen Ludwig Meritar das Tessar mit Rastblende. Selbst Meyer bediente den 50mm-Normalobjektiv-Markt in diesen Jahren noch mit dem Trioplan 2,9, dem Primoplan E, dem Domiron und schickte sich an das neue Domiplan zu bauen.
Wozu also ein neuer Vierlinser mit der inzwischen überholten Blendenvorwahl? Offenbar hat man dies auch schnell eingesehen und nahm das Objektiv nach nur einem Jahr wieder aus dem Angebot. In den Ihagee-Preislisten wird es nur zwischen April 1960 und Juni 1961 als Alternativausstattung für die Exa II angeboten. Diese Kamera war in diesen Jahren wahlweise mit sieben (7) unterschiedlichen Objektivausstattungen erhältlich: mit dem Meritar für DM 280 bis zum Biotar für stolze DM 533. Mit diesem Primoplan kostete sie DM 303, also gerade mal DM 18 weniger als mit dem Rastblenden-Tessar. Mit dem automatischen Primotar E war sie für DM 333 zu haben.
Wer also sollte das Primotar 2,8 mit Vorwahlblende kaufen? Es ist heute selten zu finden, eher eine kleine Sammlerspezialität mit seinem "Leitzahlrechner" auf der Fassung. Was immer das sein sollte, mehr als eine unnötige Spielerei ist diese zusätzliche Skala für den Fotografen nicht. Vielleicht sollte sie eine Alternative zu den Lichtwertskalen sein, die damals in Westdeutschland gerade in Mode waren. Auch nur für uns Sammler von Interesse ist das Fassungsdesign. Es gleicht sich dem Domiron und dem Trioplan N an, jedoch war der zumindest bei diesem Objektiv ungriffige Fokusring sicherlich kein zusätzliches Verkaufsargument. Das dieses Objektiv noch das DDR-Qualitätsprädikat "Q1" trägt, ist eher eine Kuriosität am Rande.
Primotar 2,8/50 mit Blendenvorwahl und Leitzahlrechner. Das Objektiv wurde trotz seiner guten optischen Leistung kein Erfolg und verschwand bereits nach einem Jahr wieder aus dem Lieferprogramm. 
Leitzahlrechner auf der Fassungs-Unterseite des Primotar 2,8/50
Das 6-linsige neue Meyer-Hochleistungsobjektiv - als Nachfolger des ausgelaufenen Klassikers Primoplan 1,9/58 gedacht - ist eine Konstruktion nach dem schon länger bekannten Gauss'schen Bauprinzip. Diese Bauform ermöglicht besonders leistungs- und lichtstarke symmetrisch gebaute Objektive. Die bei diesem Objektivtyp notwendige zentral angeordnete Blende verursacht zwar einige konstruktionstechnische Schwierigkeiten, macht das Objektiv aber gegen
Streulichteinflüsse unempfindlicher. Die zudem tief in der Fassung angeordnete Linsenkonstruktion macht beim Domiron eine Gegenlichtblende also im Normalfall überflüssig. Zusätzlich erhielt dieses neue Objektiv noch einen für damalige Normalobjektive ungewöhnlich langen Schneckengang, der es mit einer kürzesten Entfernungseinstellung von 34 cm fast zum Makro-Objektiv beförderte.
Das Domiron - zur Leipziger Frühjahrsmesse 1960 vorgestellt - wurde denn auch zu Recht mit dem DDR-Qualitätsprädikat "Q1" bedacht. Ungeachtet dessen (oder vielleicht gerade deshalb) musste die Fertigung schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden. Offenbar kam es dem in Jena kurz zuvor gerade neu geschaffenen Flexon/Pancolar 2,0/50 als unerwünschte Konkurrenz ins Gehege. Weil beide Objektivbetriebe zum Kombinat Pentacon gehörten, hatte Meyer - wie schon öfter - das Nachsehen. Ein paar Jahre später durfte das Domiron als "Oreston" seine Wiederauferstehung feiern, blieb allerdings dem Exakta-Fotografen verwehrt. Erst mit der RTL1000 erhielt das Oreston ein Exakta-Bajonett mit Innenauslösung (s. weiter unten bei der 6. Ausführung).
In den Ihagee-Exakta Preislisten taucht das Domiron nur für kurze Zeit im Dezember 1962 und März 1963 auf - eigenartigerweise als "D". Die Exakta Varex IIa kostete mit diesem Objektiv DM 656 und war somit DM 35 billiger als die gleiche Kamera mit dem Jena Pancolar ...
Domiron 2/50 aus dem Jahr 1963, wie alle bisherigen Meyer-Objektive noch mit linksläufiger Entfernungseinstellung. Erst das Domiplan wurde der auch bei Zeiss Jena üblichen rechtsläufigen Einstellung angepasst. Im Gegensatz zum Domiplan hat das Domiron jedoch eine auto/manuell-Umschaltung.
Domiron 2/50 mit schwarzer Fassung, ansonsten in gleicher Ausführung und aus dem gleichen Baujahr wie die blanke Version (1963).
Das klassische Trioplan 2,8/100 wird noch ein wenig länger, bis 1964 hergestellt. Jedoch wird auf die zuvor für kurze Zeit eingebaute automatische Druckblende wieder verzichtet, das Objektiv in dieser Version ist nur noch mit Vorwahlblende lieferbar. Was nicht heißt, dass die Fassung in dieser Zeit gänzlich unverändert bleibt.
Mit automatischer Druckblende und im Design der schwarzen Fassung des Domiron wird für ein paar Jahre das Trioplan N gebaut, optisch identisch mit der Normalversion.



Mechanisch wurde das 4-linsige Primotar 3,5/135 unverändert gegenüber der Vorgängerversion aus dem Jahr 1956 gebaut. Es blieb für Balgenanwendungen teilbar. Auch der dazu passende Zwischenring zur Verbindung mit Balgengeräten mit Exakta-Anschluss (Ihagee-Balgengerät) war weiterhin lieferbar. Jedoch erhielt auch dieses Objektiv eine schwarz eloxierte Fassung mit, im Vergleich zu der übrigen Objektivpalette, eigenständigen Griffringen. Es blieb ebenfalls nur noch kurze Zeit im Programm, bis es von dem echten Teleobjektiv Orestor 2,8/135 abgelöst wurde. Zuvor wurde noch die Fassungsgravur - wie bei dem schon weiter oben vorgestellten Trioplan 2,8/100 - geringfügig verändert.


Das Primotar links und mitte mit Fabr.-Nr. 2.512.708 aus dem Jahr 1961 hat noch die alte Blenden- und Tiefenschäfenskala und das DDR-Qualitätsprädikat /S\.
Das Primotar im Bild rechts aus dem letzten Baujahr 1964 hat neben der veränderten Gravur von Blenden- und Tiefenschärfenskala das Prädikat /1\. Die Ausführung der Fassung blieb unverändert.
Das schon weiter oben mit blanker Fassung beschriebene Primotar 3,5/180 wurde jetzt mit einer schwarz eloxierten Fassung ausgeliefert. Bis auf Kleinigkeiten, wie ein etwas anderer Anschlussring (weiterhin mit Außenbajonett) blieb es optisch und mechanisch unverändert: Das Objektiv normaler Bauart (keine Telekonstruktion) hat eine vergleichsweise hohe Lichtstärke und ist entsprechend schwer. Mit 1050 g hat es das dreifache Gewicht des um 1 1/2 Blendenstufen lichtschwächeren Telemegor 5,5/180 gleicher Brennweite (350 g). Wie dieses hat es auch Blendenvorwahl, kürzeste Einstellentfernung ist 2,2 m, Filtergewinde M67 (eine Sonnenblende gehörte Meyer-üblich zum Lieferumfang).

Der aufmerksame Sammler wird bemerken, dass die Meyer-Objektive der 1960er Jahre kein einheitliches Fassungsdesign haben. Eine eigenständige Fassung erhielten noch das Domiron, das Primotar 2,8/50 und das Trioplan N, bevor Anfang 1962 auch von Meyer das sogenannte „Zebra-Design“ übernommen wurde. Die Megore blieben jedoch einfarbig schwarz. Deren Orestegor-Nachfolger erhielten die gleiche schwarze Ringriffelung, allein das 200er wurde mit den blanken Griffring-Absetzungen ausgestattet wie die übrige Objektivserie dieser Jahre. Das Vorwahl-Trioplan 2,8/100 wurde noch bis 1964 mit der klassischen blanken Alu-Fassung produziert, die Version Trioplan N mit automatischer Blende noch zwei Jahre länger..

Mit dem 5-Linser Orestor 2,8/135 schuf Meyer erstmals ein "echtes" Teleobjektiv in dieser Brennweite für Kleinbild-SLR. Das schon kurz zuvor entwickelte Domigor 4/135 wurde nicht für M42/Exakta angeboten. Bereits 1965 war das ebenfalls 5-linsige neue Teleobjektiv Orestegor 4/200 im Programm. Die klassischen Telemegore verschwanden nach und nach aus dem Fertigungsprogramm und wurden durch die neuen Orestegor-Konstruktionen ersetzt. Das gleiche Schicksal widerfuhr dem klassischen Trioplan mit dem 5-Linser Orestor 2,8/100; dieses erhielt aber nur noch eine Rastblende, während die anderen Neuentwicklungen mit Blendenvorwahl angeboten wurden.
Ab 1967 bestand die Meyer Objektivpalette mit Exakta-Bajonettanschluss aus 7 Objektiven: Lydith 3,5/30, Domiplan 2,8/50, Orestor 2,8/100, Orestor 2,8/135 und sowie den drei Orestegoren 200, 300 und 500.
Für uns Sammler von besonderem Interesse sind auch die um 1965 mit der neuen Objektivpalette Orestor und Orestegor eingeführten Wechseladapter für Exakta, M42 oder Praktina.
Damit konnten das Orestor 135 und das Orestegor 200 bzw. die beiden langen Orestegore 300 und 500 jeweils wahlweise mit einem Anschraubadapter für die drei Objektivanschlüsse ausgestattet werden. Es gibt für die beiden genannten Objektivgruppen jeweils unterschiedlich große Adapter.
Orestor 2,8/135 mit Adaptern für die Exakta/Exa (im Bild links) und M42-Gewindeanschluss (rechts) Darüber ist der Montagering mit Überwurfgewinde zu sehen. Diese Adapter passten auch für das Orestegon 200 (auch noch für die späteren Pentacon-Ausführungen). Ein weiterer Adapter war mit Praktina-Bajonett lieferbar.
Neues Standardobjektiv wurde ab etwa 1962 das neu entwickelte Domiplan; es löste die bisherigen Meyer-Standardobjektive Primotar (2,8 und 3,5) und Trioplan (2,9) ab. Dennoch ist dieses 3-linsige Normalobjektiv 2,8/50 keine völlige Neuschöpfung - es entstand auf der optischen Grundlage des bewährten Trioplan. Die geringfügig höhere Lichtstärke 1:2,8 (gegenüber 1:2,9 beim Trioplan) erfüllte dabei wohl eher die Angleichung an die übliche Blendenskala und die mittlerweile von einem Normalobjektiv mindestens erwartete Lichtstärke als eine echte Veränderung. Neu an diesem Objektiv waren die relativ kleine Bauform und die automatische Druckblende ohne Umschaltknopf oder Ähnlichem. Die preisgünstige Konstruktion (simple Blende mit nur 6 Lamellen) machte es in den Folgejahren zu einem verbreiteten Universalobjektiv für alle damaligen SLR-Kameras der DDR.
Das Domiplan kann trotz seines günstigen Preises - Exa und Exakta waren damit immer als billigste Ausführung mit automatischer Blende lieferbar - nicht als "Billigobjektiv" abgetan werden. Die dreilinsige Konstruktion hat, wie schon an anderen Stellen meiner Seite beschrieben, auch ihre fototechnischen Vorzüge. Es ist ein zuverlässiges Objektiv, das bei seiner Vorstellung sogar mit dem DDR-Qualitätsprädikat "Q1" aufwarten konnte. Nur die fehlende Blendenumschaltung auto/manuell war für manche Anwendungen schon ein Mangel. Zwar ließ sich mittels eines speziellen Auslöseknopfes (mit Stift) auch mit Arbeitsblende arbeiten, doch war dieses Provisorium bei Nahaufnahmen mit Balgen oder Ringen nicht brauchbar. Allenfalls für uns Sammler ist diese "Konstruktion" ein netter Zusatznutzen ... Im übrigen sind in der rund 10jährigen Bauzeit mit Exakta-Anschluss vier Varianten zu finden. Ansonsten hat sich beim Domiplan nicht viel getan, lediglich die allerletzten Objektive (ab etwa Nr. 7.6xx.xxx) erhielten ab 1971 den veränderten Namensaufdruck "DOMIPLAN automatic lens". Ganz zuletzt verschwand auch noch die Herstellerangabe Meyer Görlitz.
Domiplan 2,8/50 (2.917.814) erste Variante, noch mit Filtergewinde-Anschluss für Einschraubfilter 40,5 (zusäzlich auch Filtergewinde M49).
Ganz links: Domiplan 2,8/50 (3.705.302) in der ab 1964 gebauten zweiten Version. Dabei wurde auf das innere Filtergewinde M40,5 verzichtet, es sind ausschließlich Filter M49 (auch keine Aufsteckfilter!) verwendbar. Daneben die ab etwa 1966 gefertigte dritte Version, bei der die Nummerngravur vom Frontring auf die hintere Fassung wanderte.

Ganz links: Domiplan 2,8/50 in der ab 1967 bis zuletzt gebauten Version (4), bei der die Metallausführung der Auslösewippe durch eine Plastikversion ersetzt wurde. Dies war der Haltbarkeit nicht unbedingt zuträglich, weil Objektive mit beschädigter Plastikwippe nicht selten sind.
Zur Umstellung auf Arbeitsblende ist der spezielle Auslöseknopf mit Stift erforderlich. Er wird dazu in das Drahtauslösergewinde eingeschraubt.
Das 5-linsige Lydith 3,5/30 rundete 1964 die neue Meyer Objektivlinie nach "unten" ab. Wie sein Vorgänger Primagon ist es eine Retrofokus-Konstruktion, jetzt mit 5 Linsen und höherer Lichtstärke dem damals beginnenden Trend nach geringerer Weitwinkel-Brennweite folgend. Kürzeste Einstellentfernung ist 33 cm, Filteranschluss M49 (schmale Fassungen erforderlich!).

Bilder links: Mit diesem 5-linsigen Orestor konnte Meyer 1965 endlich auch ein echtes Teleobjektiv in dieser beliebten Brennweite anbieten. Das Objektiv ersetzt das bisher diese Brennweite abdeckende Primotar 3,5/135.
Die damals für diese Brennweite hohe Lichtstärke 1:2,8 machte das Objektiv recht schwer, aber nicht unhandlich. Kürzeste Einstellentfernung ist 1,5 m; das Objektiv hat einen Wechseladapter, der auch zum Orestegor 200 passt. Wie bei Meyer Tradition, gehörte noch eine Gegenlichtblende zum Lieferumfang. Die ungewöhnlich große Frontlinse entspricht gleichfalls der Meyer-Tradition und ermöglicht eine Korrektion, die auch in den Randbereichen des Bildes Schärfe und Verzerrungsfreiheit sichert. Auch dieses Objektiv erhielt das DDR-Qualitätsprädikat "Q1".


Weitere Neuschöpfung der neuen Meyer'schen Objektivserie ist dieses Orestegor 4/200, es ist bereits in den Preislisten 1964 zu finden und diente wohl als Ersatz für die eingestellten "kurzen" Telemegore.
Diese beiden Neukonstruktionen ersetzten 1966 bzw. 1967 die bisher angebotenen Telemegor 300 und 400. Die neue optische Rechnung ergab eine etwas höhere Lichtstärke. Dafür war beim 300er eine zusätzliche Linse erforderlich.

Die Telemegore waren jetzt ausschließlich in der schwarzen Fassungsausführung erhältlich. Die "kleineren" Brennweiten 180 und 250 wurden um 1963 eingestellt. Das gleiche Schicksal traf dann 1966 auch die beiden "langen Tüten". Zuvor wurde aber die Fassung des 400er noch einmal überarbeitet und formal der des 300er angeglichen. Dabei wurden zwei technische Änderungen vorgenommen: 1. die kleinste Blende ist 22 (bisher 32) 2. kürzeste Einstellentfernung ist 5,5 m (bisher 6 m).
Als Nachfolger wurden die jetzt 5-linsigen lichtstärkeren Teleobjektive Orestegor 4/200 und 4/300 angeboten. Neue längste Brennweite wurde 1967 das 4-linsige Orestegor 5,6/500. Weitere Vergleichsfotos der Telemegor-Objektive (auch mit Kamera) finden Sie in meiner Abteilung Fernobjektive.






Dieser Zeitraum ist für den Exakta-Sammler nur noch von geringer Bedeutung. Die meisten Objektive wurden nun mit M42-Objektivgewinde-Anschluss ausgeliefert, nur wenige hatten noch den klassischen Exakta-Bajonettanschluss. Dennoch gibt es zwei Besonderheiten aus dieser Zeit auch für den Exakta-Interessenten: 1. die schon bei der 5. Ausführung erwähnten Wechseladapter und 2. den Bajonettanschluss mit Innenauslösung für die Exakta RTL 1000. Mit dem RTL1000-Anschluss wurden drei Meyer-Objektive angeboten: Oreston 1,8/50, Orestegon 2,8/29 und Oreston 2,8/100. Für den Gebrauch mit der RTL1000 hat diese Objektivreihe einen auto/manuell-Umschalter und zuätzlich noch eine Abblendetaste zur Blenden- und Schärfenkontrolle.
Die weitaus meisten Objektive trugen nun den Objektivnamen "PENTACON", nur noch vereinzelt sind die alten Meyer-Namen zu finden. Die Herkunftsbezeichnungen sind unterschiedlich - anfangs "MADE IN G.D.R.", später "German Democratic Republic". Die Nummerierung der Objektive läßt in diesen Jahren keine Rückschlüsse mehr auf das Herstellungsjahr zu. Es sind wohl verschiedene Nummernreihen für einzelne Objektivtypen oder Fertigungsserien aufgelegt worden.
Im Foto rechts der Bajonettanschluss für die RTL1000 mit dem Auslösestift der Blenden-Innenauslösung.




Nun war das schon Anfang der 1960er Jahre entwickelte Domiron doch noch mit einem Exakta-Bajonettanschluss erhältlich. Die optisch hochwertige 6-linsige Gauss-Objektivkonstruktion hat eine besonders lange Einstellfassung bis 33 cm. Es erhielt einen Anschluss für die als Exakta-Nachfolgerin kurze Zeit vertriebene Exakta RTL1000. Zwar ist dieser Anschluss mechanisch mit dem alten Exakta-Bajonett identisch, jedoch erhielt die Kamera bekanntlich eine Blenden-Innenauslösung. Objektive mit automatischer Blende kamen deshalb ohne den traditionellen Auslöserarm aus. Der Wermutstropfen - an den alten Exakta's und Exas funktionierten solche Objektive nur noch mit Rastblende, weil es keine Möglichkeit der Blendenübertrag mehr gab.
Nur nebenbei - umgekehrt ging das schon, alte Objektive mit Auslöserarm konnten auch an der RTL1000 mit Blendenautomatik verwendet werden, weil diese Kamera zwei Auslöser hat. Wer mit der Rastblende des Oreston an seiner alten Exakta leben konnte, bekam allerdings ein optisch hervorragendes, fast makrofähiges Objektiv mit hoher Lichtstärke!

Das Oreston 1,8/50 entspricht optisch dem schon einige Jahre zuvor entwickelten Domiron. Mit M42-Anschluss war es bereits seit 1966 erhältlich, aber leider nicht mit Exakta-Bajonett. Für die RTL1000 wurde es mit einer Vorrichtung für deren Blendeninnenauslösung angeboten. An der klassischen Exakta und Exa ist das Objektiv zwar auch verwendbar, arbeitet aber nur mit Rastblende.

Das 7-linsige Hochleistungs-Weitwinkelobjektiv mit automatischer Blende zum Anschluss an die RTL1000 (Fabriknr. 5.048.158) ist noch mit Meyer-Optik Görlitz gekennzeichnet. Es dürfte um 1971 ausgeliefert worden sein. Für die Blendenmechanik gilt das bereits zum Oreston 1,8/50 Geschriebene.

Bei diesem PENTACON auto 2,8/29 (Fabriknr. 6.091.770) handelt es sich optisch und mechanisch um das gleiche Objektiv wie zuvor beschrieben, ebenfalls zum Anschluss an die RTL1000. Es ist jedoch anstelle der Meyer-Bezeichnung mit dem Pentacon-Zeichen und MADE IN G.D.R. gekennzeichnet.
Dieses Objektiv (Fabriknr. 5.099.383) entspricht optisch dem seit 1967 bereits mit Rastblende angebotenen 5-linsigen Teleobjektiv. Es wurde für die RTL1000 mit einer automatischen Blende ausgestattet und dürfte ebenfalls um 1971 ausgeliefert worden sein. Zur Blendenmechanik und zum Anschluss an die Exakta gilt das bereits zum Oreston 1,8/50 Geschriebene. Das Objektiv hat einen Nahbereich ab 1,1 m und Filteranschluss M49.Mit diesen Objektiven will ich meine Meyer-Objektiv-Galerie beschließen. Die Orestor bzw. Orestegon-Objektive erhielten gegen Ende der Exakta Ära neue Namen und ein neues Design. Optisch blieben sie hingegen unverändert und mit ihrem Meyer-Adapteranschluss waren sie nach wie vor mit einer klassischen Exakta zu benutzen. Noch eine ganze Reihe Jahren fanden sich die Adapter für die Exakta - ebenso wie für die Praktina - im Lieferprogramm des VEB Pentacon.



Die Fotos zeigen das PENTACON 2,8/135 (Fabriknr. 8.460.765) und das 4/200 (Fabriknr. 9.604.770) jeweils mit einem Anschlussadapter für M42. Das Herstellungsjahr ist aus den Nummern nicht mehr herzuleiten, vermutlich Anfang/Mitte der 1970er Jahre.
Das Ausschnittfoto zeigt noch die Herkunftsgravur "German Demokratic Republic" aus diesen Jahren.
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