

Nach harter Restaurationszeit hat mein bereits 1975 gekaufter TR6pi den Segen des TÜV
bekommen. Seit 1989 musste ich auf ihn verzichten, zuvor hat er mich 14 Jahre und 70tkm - zeitweise sogar als
mein Alltagsauto - nur selten im Stich gelassen. Die schon 1991 begonnene Restauration mußte ich aus Zeitgründen
ab- oder besser, unterbrechen. Seither stand er traurig und aufgebockt in der dunklen Garage.
Hier ein kurzer Lebenslauf:
1975 Kauf bei ca. 20tkm, Ursprungsfarbe war "French-blue"; 4 Jahre als Alltaugsauto gefahren.
Nach Blechschaden Neulackierung dunkelrot. Urlaubsfahrten und häufig nach England zur Ersatzteilbeschaffung
(Barretts of Canterbury) ohne Pannen - bis auf ständigen Ärger mit der Lucas-Pumpe.
1980 Teilrestauration, neue Hinterachse, Bosch-Benzinpumpe eingebaut, Elektrik geändert (Licht mit Relais, el. Zündung).
1989 mit Lima-Schaden stillgelegt. Restauration begonnen - AT-Getriebe und OD, Antriebswellen, Fahrwerk, Lenkung,
aber 1991 wieder unterbrochen. Danach nur noch zeitweise Kleinkram, wie Bremsen, Fahrwerk, Speichenräder, neue Sitze,
Innenausstattung mit Leder usw.
Frühjahr 2006 intensiver Neuaufbau, Motorüberholung bleifrei, Fahrgestellauflagen erneuert, neue Kupplung, Alu-Tank,
Stoffverdeck. Früher schon als erledigt geglaubte Arbeiten (Fahrgestell, Bremsen, Polsterarbeiten) erneut notwendig.
Ende der Restaurierung Mai 2007, TÜV-Vollabnahme Juni 2007.
Im Jahr 2006 ging es aber intensiv zur Sache. Die Technik wurde komplett renoviert. Auch der Motor - obwohl bei
der Stillegung noch ohne Probleme - wurde überholt und auf bleifrei umgebaut. Fast war er im Herbst 2006 schon fertig,
dann doch noch einige Macken - meist als Folge meiner eigenen Schlampigkeit. - Winterpause bis zum Frühjahr 2007.
Dann wurden die letzten Probleme beseitigt. Der bleifreie Sprit hatte noch die Gummis in der Einspritzanlage zersetzt.
Unerwarteten Streß gab es auch noch mit einem undichten Bremssattel und der Kühlung. Auch die neuen Ledersitze wollten
nicht gleich auf die originalen Konsolen passen.
Im Juni 2007 stellte ich ihn dann mit Handbuch in meine Opel(!)-Fachwerkstatt für die letzten Checks -
Vermessen, ASU, Abschmieren, Brems- und Lichttest. Das war eine gute Idee, die Opel-Techniker gute Leute
(der Meister: „was Andere können, können wir auch!“). Sehr gute Arbeit, sogar ein kleines Leck im Benzinrücklauf
fanden sie noch. Auch die rote Nummer zum Hinfahren gab’s von Opel. Gerade über die Zulassungs-Logistik hatte
ich mir zuvor einige Gedanken gemacht - völlig überflüssig.
Leider ging dann aber gerade der TÜV-Ingenieur für 3 Wochen in Urlaub ... Die Vollabnahme war danach die reinste Freude
„der Wagen ist ja wie Neu, was soll ich an dem überhaupt prüfen“ - O-Ton vom TÜV-Ingeneur. Vorbei all die vorherigen
Sorgen um fehlende Fahrgestellnummer, geänderte Elektrik, Speichenräder usw. „Was muss noch eingetragen werden?“
Der Mann war ein echter Profi. Keine Fahrgestellnummer am Chassis - is’ bei Engländern doch normal, dafür hat er
schließlich die originalen Plaketten. Selbst meine Frage, ob ein kleineres Lenkrad bei meiner 190er Länge seine
Zustimmung fände - fand eine Super Antwort: „besorgen Sie ein Passendes, das tragen wir dann noch ein....“

So macht das Oldtimerleben wieder Freude, auch das Gutachten für die Versicherung kam prompt. Die Zulassung mit H-Kennzeichen ergab gar kein Problem mehr. Die ersten Proberunden waren erfreulich, die erste längere Tour gar nicht mehr. Sie endete auf dem Abschleppwagen an der A57 bei Neuss. Die Einspritzanlage hatte wieder neue Macken, doch darauf mußte man erst mal kommen.
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